CHF 16’700 pro Quadratmeter. Das ist der Durchschnittspreis für Immobilien in Zürich im Februar 2026. Klingt präzise. Aber was bedeutet diese Zahl für Ihre Wohnung in Wiedikon? Oder für das Haus, das Sie in Oerlikon kaufen möchten? Ehrlich gesagt: erstmal wenig. Denn zwischen dem Stadtdurchschnitt und dem tatsächlichen Wert Ihrer Immobilie liegen oft Welten – manchmal CHF 200’000 oder mehr.
In meiner Beratungspraxis erlebe ich täglich, wie Eigentümer mit widersprüchlichen Online-Zahlen kämpfen. Eine Seite zeigt CHF 15’000, die nächste CHF 18’000 pro Quadratmeter. Welcher Wert stimmt? Die Antwort: Es kommt darauf an, ob Sie den Median oder den Durchschnitt betrachten – und auf welcher Strasse Ihre Immobilie steht.
Zürcher Immobilienpreise 2026 – die wichtigsten Zahlen
- Durchschnittspreis: CHF 16’700/m² (Februar 2026)
- Wohnungen Median: CHF 16’858/m² | Häuser: CHF 16’185/m²
- Entwicklung 1 Jahr: +4.3% (Wohnungen)
- Entwicklung 25 Jahre: +185% (Wohnungen), +192% (Häuser)
- Teuerste Strasse: Zollikerstrasse mit CHF 22’972/m²
In diesem Artikel
Aktuelle Quadratmeterpreise in Zürich: Die Zahlen im Februar 2026
Beginnen wir mit den harten Fakten. Der Medianpreis für Eigentumswohnungen in Zürich liegt aktuell bei CHF 16’858 pro Quadratmeter. Für Einfamilienhäuser sind es CHF 16’185. Aber Vorsicht: Diese Medianwerte verschleiern eine enorme Bandbreite. 80 Prozent aller Wohnungstransaktionen bewegen sich zwischen CHF 9’996 und CHF 33’567 pro Quadratmeter – ein Unterschied von Faktor 3.
Gemäss Statistik Kanton Zürich kosten Einfamilienhäuser heute im Mittel CHF 1.5 Millionen – 45 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Die Datengrundlage? Die tatsächlich im Grundbuchamt registrierten Kaufpreise. Das sind keine Angebotspreise oder Schätzungen, sondern echte Transaktionen.
Median oder Durchschnitt – was ist aussagekräftiger?
Der Durchschnitt addiert alle Preise und teilt durch die Anzahl. Problem: Ein einziger Verkauf einer CHF 15-Millionen-Villa verzerrt den Wert nach oben. Der Median zeigt den Preis, bei dem die Hälfte der Verkäufe darüber und die Hälfte darunter liegt. Meine Empfehlung: Nutzen Sie immer den Median. Er ist robuster gegen Ausreisser und bildet den typischen Markt besser ab.
In meiner Beratungspraxis sehe ich häufig, dass Eigentümer den Unterschied zwischen Median- und Durchschnittspreis nicht kennen. In Quartieren mit extremen Ausreissern wie dem Seefeld oder Kreis 8 kann das zu Fehleinschätzungen von 15-20% führen. Das sind bei einer Wohnung schnell CHF 150’000 bis 200’000.
| Kriterium | Wohnungen | Häuser |
|---|---|---|
| Median m²-Preis | CHF 16’858 | CHF 16’185 |
| Preisspanne 80% | CHF 9’996 – 33’567 | CHF 9’104 – 33’381 |
| Median Gesamtpreis | CHF 1’685’828 | CHF 2’427’697 |
| Entwicklung 1 Jahr | +4.3% | +3.0% |
| Entwicklung 25 Jahre | +185.1% | +192.1% |
Was viele übersehen: Der Quadratmeterpreis allein sagt wenig über die Gesamtkosten. Eine 4-Zimmer-Wohnung kostet in Zürich im Schnitt CHF 2 Millionen, während ein vergleichbares 5-Zimmer-Haus mit CHF 2.4 Millionen zu Buche schlägt. Die grössere Fläche bei Häusern relativiert den leicht tieferen m²-Preis schnell.
So haben sich die Immobilienpreise in Zürich entwickelt
+185% in 25 Jahren. Das ist die Rendite, die Zürcher Wohnungseigentümer seit der Jahrtausendwende erzielt haben – allein durch die Wertsteigerung, ohne Mieteinnahmen. Aber diese Zahl erzählt nur einen Teil der Geschichte.

Kurzfristige Entwicklung: Die letzten 12 Monate
Die Preise für Eigentumswohnungen sind im letzten Jahr um +4.3% gestiegen. Für Häuser waren es +3.0%. Das klingt moderat, aber laut Immo-Monitoring 2026 von Wüest Partner rechnen die Analysten für das laufende Jahr mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 2.8% bei Wohnungen und 3.1% bei Häusern. Die Dynamik verlangsamt sich also leicht.
Spannend ist der Dreimonats-Vergleich: +0.5% bei Wohnungen, +1.6% über sechs Monate. Der Markt bewegt sich, aber ohne die Euphorie vergangener Jahre. Ich beobachte in meinen Beratungsgesprächen, dass Käufer wieder verhandeln – vor zwei Jahren war das in Zürich fast unmöglich.
Mittelfristiger Trend: 5 bis 10 Jahre
Die mittelfristige Perspektive zeigt die eigentliche Stärke des Zürcher Marktes. In den letzten fünf Jahren stiegen Wohnungspreise um +28.8%, in zehn Jahren um +60.9%. Das entspricht einer jährlichen Rendite von etwa 5-6% – deutlich über der Inflation.
+60.9%
Wertsteigerung Zürcher Eigentumswohnungen in 10 Jahren
Die Prognose des HEV Schweiz 2026 bestätigt: Zwischen 2019 und 2024 stiegen die Transaktionspreise schweizweit um rund 25 Prozent. Die Nachfrage wird durch mehrere Faktoren gestützt – tiefe Hypothekarzinsen, stabile Haushaltseinkommen, Urbanisierung sowie ein knappes Neubauangebot.
Langfristige Perspektive: 25 Jahre Preisentwicklung
Wer im Jahr 2001 eine Wohnung in Zürich gekauft hat, sitzt heute auf einem Vermögenszuwachs von +185.1%. Bei Häusern sind es sogar +192.1%. Das sind keine theoretischen Zahlen – das ist realisierter Wohlstand für Eigentümer, die damals den Schritt gewagt haben.
Die Zinsprognose der Zürcher Kantonalbank stützt die Erwartung weiter steigender Preise: Der Leitzins der SNB dürfte bis Ende 2026 bei 0% verbleiben, der Referenzzinssatz liegt bei 1.25%. Tiefe Zinsen bedeuten günstige Hypotheken, und günstige Hypotheken treiben die Nachfrage.
Meine Einschätzung: Zürich wird teuer bleiben. Das Bauland ist begrenzt, die Zuwanderung hält an, und die wirtschaftliche Attraktivität der Region ist ungebrochen. Wer auf einen Preiseinbruch wartet, wartet möglicherweise vergeblich.
Preisunterschiede nach Strassen: Wo Zürich am teuersten ist
Der Stadtdurchschnitt ist eine Abstraktion. Was zählt, ist die Mikrolage. Und hier gibt es in Zürich Unterschiede, die selbst erfahrene Immobilienkenner überraschen.

Die Zollikerstrasse führt das Ranking mit CHF 22’972 pro Quadratmeter an – fast 40% über dem Stadtmedian. Direkt dahinter: Seefeldstrasse und Mühlebachstrasse mit jeweils über CHF 21’900. Das Seefeld dominiert die Spitzenplätze, aber auch die Brandschenkestrasse im Kreis 4 überrascht mit CHF 21’129.
| Strasse | Preis pro m² |
|---|---|
| Zollikerstrasse | CHF 22’972 |
| Seefeldstrasse | CHF 21’971 |
| Mühlebachstrasse | CHF 21’946 |
| Brandschenkestrasse | CHF 21’129 |
| Wibichstrasse | CHF 20’889 |
| Rüdigerstrasse | CHF 20’699 |
| Zurlindenstrasse | CHF 20’546 |
| Turbinenstrasse | CHF 20’175 |
| Mühleweg | CHF 20’082 |
Ich rate meinen Kunden immer, den Strassenpreis statt den Stadtdurchschnitt als Ausgangspunkt zu nehmen. Der Unterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Strasse in Zürich beträgt oft über CHF 10’000 pro Quadratmeter. Bei einer 100-m²-Wohnung sind das CHF 1 Million Differenz – allein durch die Adresse.
RealAdvisor stellt detaillierte Quadratmeterpreise für Zürich auf Strassenebene bereit – insgesamt 75 Strassen mit individuellen Preisdaten. Diese Granularität macht den Unterschied zwischen einer groben Schätzung und einer fundierten Einschätzung.
Was viele nicht wissen: Selbst innerhalb einer Strasse können die Preise variieren. Seesicht, Stockwerk, Baujahr, Zustand – all das beeinflusst den Wert. Der Strassenpreis ist ein guter Startpunkt, aber keine endgültige Bewertung.
Den Wert Ihrer Immobilie in Zürich ermitteln: Praktische Schritte
Lassen Sie mich Ihnen von Martin erzählen. 52 Jahre alt, IT-Projektleiter, Eigentumswohnung in Zürich-Oerlikon. Er wollte verkaufen und hat im Internet recherchiert. Die Daten, die er fand, stammten aus 2022. Er setzte seinen Angebotspreis CHF 180’000 unter dem aktuellen Marktwert an. Erst als ein Interessent ihm sagte, die Wohnung sei «ein Schnäppchen», wurde er stutzig.

3 typische Fehler bei der Nutzung von Online-Preisdaten
- Veraltete Quellen: Viele Webseiten zeigen Daten von 2023 oder älter. Bei +4.3% jährlicher Preissteigerung ist das ein Fehler von mehreren zehntausend Franken.
- Median und Durchschnitt verwechseln: Der Unterschied kann 15-20% betragen – besonders in Quartieren mit Luxusobjekten.
- Stadtdurchschnitt statt Strassenpreis: Ihre Immobilie steht nicht «in Zürich», sie steht an einer konkreten Adresse. Nutzen Sie diese Granularität.
Der häufigste Fehler, den ich beobachte: Eigentümer verlassen sich auf eine einzige Quelle. Mein Rat? Triangulieren Sie. Vergleichen Sie mindestens drei verschiedene Datenquellen, prüfen Sie das Datum der Erhebung, und achten Sie darauf, ob Median- oder Durchschnittswerte angegeben werden.
So ermitteln Sie einen realistischen Marktwert
-
Aktuelle Strassenpreise recherchieren
Suchen Sie nach Preisdaten für Ihre konkrete Strasse, nicht nur für das Quartier oder die Stadt. Achten Sie auf das Erhebungsdatum – Daten älter als 6 Monate sind in einem dynamischen Markt bereits überholt.
-
Vergleichbare Transaktionen prüfen
Schauen Sie sich kürzlich verkaufte Objekte in Ihrer Umgebung an. Eine 4.5-Zimmer-Wohnung in 8047 Zürich, verkauft im Januar 2026, sagt mehr aus als ein Stadtdurchschnitt.
-
Kostenlose Online-Bewertung nutzen
KI-gestützte Bewertungstools liefern in etwa 3 Minuten eine erste Einschätzung. Diese ersetzt keine professionelle Schätzung, gibt aber einen fundierten Ausgangspunkt.
-
Professionelle Bewertung anfordern
Für verbindliche Entscheidungen – Verkauf, Erbschaft, Scheidung – empfehle ich immer ein professionelles Gutachten. Die Kosten (CHF 1’000-2’500) relativieren sich schnell, wenn Sie dadurch einen realistischen Preis erzielen.
Übrigens: Wenn Sie sich für wie ein Immobilienfonds funktioniert interessieren, ist das Verständnis der Quadratmeterpreise ebenfalls essenziell – denn auch Fondsmanager bewerten ihre Portfolios nach diesen Massstäben.
Meine Erfahrung zeigt: Der typische Bewertungsprozess dauert etwa 30 Tage vom ersten Googeln bis zum marktgerechten Preis. Online-Recherche am Tag 1, Vergleich mit Strassendaten in der ersten Woche, professionelle Bewertung in Woche 2-3, detailliertes Gutachten bis Tag 21, finaler Angebotspreis nach etwa einem Monat.
Ihre Fragen zu Immobilienpreisen in Zürich
Was kostet eine 4-Zimmer-Wohnung in Zürich durchschnittlich?
Der Durchschnittspreis für eine 4-Zimmer-Eigentumswohnung liegt bei etwa CHF 2 Millionen. Die Spanne reicht jedoch von CHF 1.5 Millionen in weniger zentralen Lagen bis über CHF 3.5 Millionen im Seefeld oder an der Goldküste. Der m²-Preis variiert zwischen CHF 10’000 und CHF 33’000 je nach Strasse und Ausstattung.
Wie haben sich die Immobilienpreise in Zürich in den letzten 10 Jahren entwickelt?
Die Preise für Eigentumswohnungen sind in den letzten 10 Jahren um +60.9% gestiegen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von etwa 5-6%. Einfamilienhäuser zeigen eine ähnliche Entwicklung. Laut Statistik Kanton Zürich liegt der 10-Jahres-Anstieg bei Einfamilienhäusern bei 45 Prozent.
Welches Zürcher Quartier ist am teuersten?
Das Seefeld (Kreis 8) führt das Ranking an, mit Strassen wie der Zollikerstrasse (CHF 22’972/m²), Seefeldstrasse (CHF 21’971/m²) und Mühlebachstrasse (CHF 21’946/m²). Überraschend: Auch Teile von Kreis 4 und 5 erreichen inzwischen Spitzenpreise über CHF 20’000 pro Quadratmeter.
Wie finde ich den aktuellen Wert meiner Immobilie heraus?
Beginnen Sie mit aktuellen Online-Daten auf Strassenebene. Nutzen Sie dann ein kostenloses KI-Bewertungstool für eine erste Einschätzung (ca. 3 Minuten). Für verbindliche Entscheidungen – Verkauf, Erbschaft, Hypothekenerhöhung – empfehle ich ein professionelles Gutachten durch einen FINMA-zugelassenen Bewerter.
Was ist der Unterschied zwischen Median- und Durchschnittspreis?
Der Durchschnitt addiert alle Preise und teilt durch die Anzahl – ein einziger Luxusverkauf verzerrt den Wert nach oben. Der Median zeigt den mittleren Wert: die Hälfte aller Verkäufe liegt darüber, die Hälfte darunter. Für Immobilien ist der Median aussagekräftiger, da er robuster gegen Ausreisser ist.
Ihre nächsten Schritte
Ihr Plan für die nächsten 7 Tage
-
Den Strassenpreis Ihrer Adresse recherchieren (nicht den Stadtdurchschnitt)
-
Drei Quellen vergleichen und auf das Datum achten (nichts älter als 6 Monate)
-
Eine kostenlose KI-Bewertung als Ausgangspunkt nutzen
-
Bei konkreten Plänen einen professionellen Bewerter kontaktieren
Stellen Sie sich vor dem nächsten Schritt diese Frage: Bin ich bereit, auf Basis von Durchschnittswerten eine Entscheidung zu treffen, die CHF 100’000 oder mehr kosten kann? Die Antwort lautet meistens: nein. Investieren Sie die Zeit in präzise Daten – Ihre Immobilie ist es wert.
Hinweise zur Verwendung der Preisdaten
- Die genannten Preise sind Durchschnitts- und Medianwerte – individuelle Immobilien können erheblich abweichen.
- Preisdaten basieren auf verfügbaren Transaktionen und Inseraten, nicht auf allen Verkäufen.
- Für eine verbindliche Bewertung Ihrer Immobilie ist eine professionelle Schätzung erforderlich.
Mögliche Risiken:
- Risiko Fehleinschätzung: Durchschnittswerte berücksichtigen nicht Zustand, Ausstattung und Mikrolage.
- Risiko Marktvolatilität: Die Zinsentwicklung kann Preise kurzfristig stark beeinflussen.
Für verbindliche Entscheidungen konsultieren Sie einen FINMA-zugelassenen Immobilienbewerter oder Notar.
